Mein erstes Quad-Training


Vor ein paar Tagen habe ich von meinen Eltern ein eigenes Quad geschenkt bekommen, als "kleine" Aufmerksamkeit zum bestandenen Abitur. Ich war tierisch aufgeregt, weil ich vorher noch nie auf so einem Fahrzeug gesessen habe. Mein Quad ist von der Marke Honda und ist laut Herstelleraussage ein "Spitzenmodell für den ATV-Einsatz". Bis zu 100 km/h schafft mein neues Lieblingsspielzeug. Für das erste Training und meine ersten Erfahrung auf so einem Gefährt, suchte ich mir ein Offroadgelände in der Nähe. Ein guter Freund von mir besitzt ebenfalls ein Quad und so fuhren wir gemeinsam zum Training. Er hat schon seit vielen Jahren einen Quad unterm Hintern und kann sich kein anderes Fahrzeug mehr vorstellen. Früher war er ein begnadeter Motorradfahrer, aber Quad und Motorrad kann man nicht miteinander vergleichen, meint er.


Wie dem auch sei, angekommen am Gelände mussten wir erst einmal Eintritt zahlen. Dann bekamen wir ein paar Einweisungen. Wir waren nämlich nicht die einzigen Besucher auf diesem Gelände. Motorcrossfahrer und auch Mountainbiker trainierten hier. Es war interessant, ihnen zuzusehen und ich hoffte innerlich, dass ich mein Fahrzeug irgendwann auch so perfekt beherrsche wie die anderen ihre Fortbewegungsmittel. Mein Freund erklärte mir, wie ich das Quad steuern kann. Auf der Hinfahrt habe ich nur hinten drauf gesessen und er ist gefahren. Seine Freundin kommt mit seinem Gefährt gleich hinterher.


Nach den Anweisungen meines Privatlehrers setzte ich mich also drauf auf die Maschine und startete sie. Der Sound war einfach unglaublich und klang wie der Motor eines alten Mustangs. Ich war nervös, weil ich mich nicht blamieren wollte, aber eh ich mich versah, fuhr ich. Für den Anfang haben wir eine relativ ebene Fläche gewählt, damit ich mit erst einmal reinfinden kann. Ich fuhr nicht schneller als 40, zu groß war meine Angst vor einem Sturz. Nach ca. 10 Minuten Warmfahren kam die Freundin meines Freundes und er schlug eine Tour durch die hügeligeren Strecken auf dem Gelände vor.


Natürlich stimmte ich zu, wie sieht denn das aus, wenn ich nur auf der "Kinderstrecke" rumfahre. Mein Freund schoss sofort los mit seiner Maschine. Er beherrschte sein Quad perfekt und fuhr geschmeidig über die unebene Fläche. Kein Wunder, seit ein paar Jahren betreibt er richtigen Quad Sport und nimmt an vielen Rennen teil. Nun aber ist meine Zeit gekommen. Ich fuhr ebenfalls in Richtung Hügel und beschleunigte nur langsam. Die ersten Hügel gingen leicht, dann beschleunigte ich auf 70 km/h und fuhr wie ein Verrückter durch das Gelände. Zu allem Übermut schaffte ich es auf 90 km/h, was jedoch nicht sehr klug war.


Ich hatte einen kleineren Hügel übersehen, der jedoch ziemlich steil war und kippte mit meinem Quad um. Mein Freund fuhr sofort zu mir, aber Gott sei Dank habe ich mich bis auf ein paar blaue Flecken und Schrammen nichts getan. Sogar mein Quad war bis auf ein paar Kratzer völlig unversehrt und das bei dieser Geschwindigkeit. Nun ja, Gott war gnädig mit dem Anfänger. Trotz allem bin ich weiter gefahren und wir verbrachten noch 2 angenehme Stunden auf dem Gelände. Mein erstes Quad-Training – ein Erlebnis inklusive blauer Flecken.


Autor: Samuel T./ Schwanebeck



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