Ligurien – das etwas andere Italien mit dem Motorrad erleben
Am 10.08.2008 sollte es dann wirklich so weit sein. Wir hatten uns entschieden mit dem Motocross Bike nach Italien zu starten. Meine Freundin Laura und ich packten unsere Maschinen auf den Hänger, und mit meinem Bruder als Fahrer ging es los nach Italien. Zuerst in Richtung Genua, dann weiter nach San Remo. Bei Ventimiglia ging es weiter Richtung Berge, über Dolce Acqua weiter nach Isolabona. Dort war unser ausgesuchter Campingplatz. Dieser war Ausgangspunkt unserer Touren, die wir auf der Enduro unternehmen wollten. Der Platz ist ideal, wenn man den Ligurischen Grenzkamm komplett von Süd nach Nord abfahren möchte.
Wir starteten sofort zur unserer Enduro Tour, die bei strahlend blauem Himmel und knapp 30 Grad begann. Der Einstieg zur Offroad Tour war im Städtchen Pigna, einem kleinen verträumten Ort der Ligurischen Berge. Von hier aus ging es über eine geteerte, sehr enge und serpentinenähnliche Straße bis zum Refugio Allavena hinauf. Dort endete zum Glück die asphaltierte Strecke, und es ging endlich auf unbefestigten Wegen weiter. Das ist dann schon eher Endurosport.
Die wunderschöne Aussicht konnten wir nicht lange genießen, denn es zog plötzlich heftiger Dunst auf und es wurde recht kalt. Es regnete dauerhaft in Strömen. Der Nebel ließ keine Sicht über 5 Metern zu. Den ersten Teil der Fahrstrecke war nicht sehr schwierig, man sollte allerdings schon geübt sein. Randbegrenzungen oder Leitplanken sucht man hier vergeblich.
Die Strecke verschlechterte sich immer mehr. Die Trasse wurde noch schmaler und fahrtechnisch wurde uns alles abverlangt. Geröll lag auf der Fahrbahn. Kurz vor dem Ziel, dem Tenda Pass fuhren wir an eine heruntergelassene Schranke. Umdrehen war bei diesem Wetter keine Option. Also entschieden wir uns die Schranke zu umfahren. Diese Trasse war wegen eines Erdrutsches komplett gesperrt, was allerdings mit dem Motorrad kein Problem darstellte. Kurze Zeit später, kamen wir pudelnass und durchgefroren bei Colle di Tenda an. Hier befindet sich auch eine sehr eindrucksvolle Festungsanlage aus ehemaligen Kriegszeiten. Nun mussten wir nur noch über die enge Tenda Passstraße bergab nach Tende fahren. Auch hier waren die Straßenverhältnisse für Cross Freunde optimal.
Der Ort Dolce Acqua ist unbeschreiblich schön, mit einem eindrucksvollen Ambiente. So wie wir es im MX Portal gelesen hatten. Einen schönen Dorfmittelpunkt mit alten Häusern und Bauwerken. Entfernt sieht man nachts die angestrahlte Burg auf der Anhöhe. Es war zwar ein rundum anstrengender Tag, aber wunderschön.
Autor: Marvin S./ Strausberg
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