Eine Rapsfahrt durch Schleswig-Holstein
Die Sonne scheint – unsere alte Dame, ein Motorrad Typ Honda CB 750 four steht blitzeblank geputzt mit ihren 4 "Töpfen" in der Sonne und blitzt uns mit ihren blinkenden Speichenrädern aufmunternd an. Die Sonne scheint, es ist Frühsommer und angenehm temperiert. "Na, was denkst Du" sagt mein Mann, "wollen wir eine kleine Spritztour nach Hartenholm wagen?" Mich reizt der Gedanke, von den frühsommerlichen Aromen nur durch ein Visier getrennt über die Landstraßen zu touren.
"Na ja" gebe ich zu bedenken "Du hast gerade 4 Stunden die alte Dame geputzt. Aber ich bin auf jeden Fall dabei. Ich ziehe mich nur eben um." Gesagt, getan und schon stecke ich in meinen leichten Motorradklamotten. Der Motor brummt schon – ein letzter Check, ob sie nach der ganzen Putzerei auch auf allen vier Töpfen läuft. Scheint so. Der Motor hat sich aufgewärmt und der Honda-typische Geruch (eine Mischung aus Putzmittel und Benzin – ich liebe ihn) sagt: "Aufsteigen und los!" Ich klappe die Fußrasten aus, schwinge mich auf den Soziasitz, Menne sitzt schon in Position, ich schlage ihm auf die Schenkel, als vereinbartes Zeichen, dass ich bereit bin, und schon geht’s los.
Raus aus unserem kleinen beschaulichen Dorf auf die Landstraße, Richtung Lübeck. Schnell erreichen wir die Ausfallstraße, die uns nun sanft geschwungen durch das blühende Schleswig-Holstein führt. Rapsfelder, wo man nur hinschaut, alles gelb. Und dann dieser Duft. Die Sonne hat das Getreide aufgewärmt, sodass Raps und Getreide um die Wette duften. Das Dufterlebnis ist einfach unbeschreiblich. Aufgrund der Strecke kommen uns kaum Fahrzeuge entgegen. Ab und an mal ein Motorradfahrer. Es wird gegrüßt und unsere alte Dame brummt gemütlich vor sich hin, eben eine Tourenmaschine und kein Motocross Bike.
Außerdem möchten wir die Fahrt genießen. Nicht mehr lange, und wir haben das Airfield Hartenholm erreicht. Hier hat sich ein kleiner Imbiss als Bikertreff bei den Motorradfahrern als Hit herumgesprochen. Der Platz vor der Einfahrt zum Airfield ist dicht zugestellt mit allen möglichen Motorradtypen, ob Harley, Ducati, eine alte BMW, jüngere Hondas, gepflegt oder ungepflegt, aus Ratzeburg, Oldesloe, Stade, Hamburg … und, und, und. Man(n) isst Fritten, Currywurst oder beides. Unsere alte Dame wird bestaunt. Mein Mann und ich gucken uns ein wenig stolz an. Nach einem "exquisiten Mahl" schwingen wir uns wieder auf unsere Honda und fahren der untergehenden Sonne entgegen. Ein schöner Tag geht zu Ende.
Autor: Ute J./ Seedorf
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